Text der Installation Foyer Anglet-Saal
Kaspar-Hauser-Festspiele 2004
Manfred Schaller

Am Anfang war das Wort...

„Ä sechtene Reiter möchte ich wähn, wie mei Votta wähn is“.

Das Wort als Zeichen der Kommunikation, als größte Leistung menschlicher Entwicklung blieb Kaspar Hauser die längste Zeit seines Lebens versperrt.
Und das, was für ihn der Wieder-Beginn, der Wieder-Eintritt in das menschliche Miteinander bedeutete, der erste für andere verständliche Satz, definierte vorerst seine Person.
Die Umsetzung ungreifbarer und greifbarer Dinge in Sprache lässt uns Raum und Zeit erfahren, und es definiert das eigene Selbst.
Die gemeinsame Definition von Wortbedeutungen erlaubt uns den Austausch und das Verständnis komplexer Inhalte.

Eine Welt ohne Sprache ist eine einfache Welt.
Kaspar Hausers Welt war lange Zeit eine sehr einfache Welt.

Eine einfache Welt mit den einfachen Symbolen Pferd und Hund, die als Spielgestalten seinen ganzen Horizont der gedanklichen und spielerischen Ideen aufnehmen mussten.

 

Es ist noch dieselbe Sonne,
die derselben Erde lacht;
aus demselben Schleim und Blute
sind Gott, Mann und Kind gemacht.
Nichts geblieben, nichts geschwunden,
alles jung und alles alt,
Tod und Leben sind verbunden,
zum Symbol wird die Gestalt.

Jakob Wassermann

 

Manfred Schaller
Am Anfang war das Wort
2004
Papier

 

 

 

 

 

 

 

Kaspar Hauser - Am Anfang war das Wort

Kaspar Hauser - Am Anfang war das Wort

Schaller_Manfred

KH-Kunstraum

Ausstellung im Kunstraum Herzogenaurach

 

...das wort

stempel-rot-www1